Mittwoch, 27. Juli 2011

Liebe Hass und Vergeltung!

Sie erwachte einsam. Sie blickte sich um, aber da war nichts nur der Felsen auf dem sie lag. Verwirrt stand sieauf und ging zum Rand und blickte in ein vollkommenes Nichts. Vorsichtig ging sie am Rand des Felsens entlang, aber überall erwartete sie der gleiche Anblick.
Dann kam die Erinnerung, die Erinnerung an das Feuer, das sie verzehrte immer und immer wieder. Wie es ihre Haut und ihren Körper zerstörte.
Erinnerungen an ein Leben vor diesem Nichts. Wie er sie berührte, sie ihn mit ihrer Liebe umgab und dann, der Moment als daraus Hass wurde. Der Hass auf sie, auf das, was sie getan hatte. Sie hatte ein Versprechen gehalten einem Freund gegenüber, den er als seinen Feind betrachtete. Seine Rache darüber war grenzenlos. Er band sie an einen Stuhl und steckte das Haus in Flammen. Kalt beobachtete er sie,während ihre Haut Blasen warf und ihr Fleisch von den Knochen schmolz. Auch er kam im Feuer um, nur um sich tausendfach an ihr zu rächen. Gefangen hier im Nichts, bis in alle Ewigkeit.
Er lies keine Erklärung zu, keine Bitte um Vergebung. Ihre Liebe wurde zu Furcht, die Furcht wurde zu Liebe. Hin und her gerissen in dem Chaos ihrer Gefühle.
Sie befand sich auf ewig im Nichts seines Hasses. Wartete das er wiederkehrte. Und er kam. Dunkel legte sich sein Schatten über sie. Seine schwarzen Schwingen tauchten sie in Dunkelheit.Zitternd vor Angst blickte sie ihm entgegen. Als er dann vor ihr stand, sah sie zögernd zu ihm auf. Sein Gesicht war ausdruckslos, nichts war übrig von der Liebe, die er einst empfand, nur kalte Leere war geblieben. So stand er da und betrachtete sie kalt. Dann trat er auf sie zu, innerlich zuckte sie zusammen. Doch er hob sie behutsam auf seine Arme und breitete die Flügel aus. Als er abhob, berührte sie mit der Hand seinen Hals, sie legte all ihre Liebe in diese Berührung. Ihr Körper schmiegte sich an ihn. Sie wollte ihm sagen wie sehr sie ihn liebte, jedoch blieb sie stumm. Stattdessen rannen Tränen über ihr Gesicht und benetzten seine Haut. Auch er schwieg, sagte nichts, hielt sie nur fest. Seine Berührung war sanft. Und Hoffnung keimte in ihr auf, Hoffnung das er sich der Liebe erinnerte. Dann stoppte er und sie blickte in sein Gesicht.
Seine Stimme grollte als er sagte:“ Sieh hin.“
Sie wendete den Kopf und erblickte durch den Riss im Nichts ein Tal, grüne Wiesen einen glitzernden Fluss.
„Bitte bring uns dort hin. Bitte, ich flehe dich an.“ Mehr war sie nicht fähig zu sagen.
Dann lachte er, laut und so voller Hass, das sie erbete.
Er drehte um und flog zurück zu dem Felsen ihrer Qual und Einsamkeit. Sie schmiegte sich an ihn, hoffte das er spürte wie sehr sie ihn liebte, wie sehr sie hoffte. Doch er ließ sich nicht beirren.
Auf dem Felsen angekommen, setze er sie ab. Dann für den Bruchteil eines Augenblicks war sie da, seine Liebe zu ihr. Er berührte ihren Mund sanft mit dem seinen. Sie trank diesen Kuss und die Hoffnung war überwältigend. Fest schmiegte sie sich an ihn. Dann stieß er sie weg. Und die Kälte war wieder da, legte sich um seinen Mund vergrub sich in seinen Augen.
Er hob die Hand und zeigte mit dem Finger auf sie, dann rief er die Worte, die sie fürchtete jeden Tag dieser Ewigkeit.
„Brenne Weib, brenne.“
Und sie brannte spürte wie das Feuer sich durch ihre Haut zu den Knochen fraß. Spürte diesen unbändigen Schmerz. Aber sie schrie nicht, sie bleib stumm. Denn wieder einmal glaubte sie, es verdient zu haben. Das letzte was sie hörte, bevor sie in der Dunkelheit versank, war sein hasserfülltes Lachen.

Geschrieben das erste mal 2006. Nach unserem ersten Streit, als seine Worte wie Eissplitter in mein Herz trafen und ich verzweifelt um Vergebung bat.
B:M