Dienstag, 18. Februar 2014

Interview mit InBooks Germany

Interview InBooks Germany

-    1. InBooks sieht sich ja als Selfpublisher-Plattform, mit verlagsähnlichen Zügen. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, so was ins Leben zu rufen?
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-    Anfänglich waren es Kommentare wie: Indie-Bücher sind schlecht, Schrott, enthalten viele Fehler. Der Ruf der Indies war uns wichtig. Wir wollten dazu beitragen, dem Ruf der Indie-Autoren etwas unter die Arme zu greifen und zu zeigen, dass diese Autoren und ihre Werke gar nicht so schlecht sind wie ihr Ruf. Je mehr wir darüber nachgedacht haben, desto deutlicher ist geworden, was die Indies brauchen, ist ein Verlagskonzept, das ihnen ihre Freiheiten lässt, ihnen aber trotzdem sonst in allen Punkten, die so gerne negativ angesprochen werden, Unterstützung zusichert. Wir stehen da nämlich vollkommen hinter den Indies. Die großen Verlage sind völlig eingeschlafen und haben sich fast nur noch auf ausländische Lizenzen konzentriert. Dabei gibt es in Deutschland so viele wundervolle Talente, die eine Chance verdient haben.
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   2. Am Anfang habt ihr das Konzept ja in einigen Autorengruppen auf Facebook vorgestellt. Und habt erst einmal Nackenschläge kassiert, da eure Printangebote Kosten für den Autor beinhaltet haben. Nun habt ihr das angepasst. Wie wichtig war euch hier die Kritik und die Anregungen der Autoren?
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-      Ganz wichtig. Ein Angebot für Autoren bei dem die Autoren immer noch die Freiheit eines Selfpublishers genießen sollen, kann nur mit Tipps und Unterstützung genau dieser Autoren funktionieren. Natürlich müssen wir auch einen Weg finden, der für uns als Verlag passt, aber im Mittelpunkt steht für uns der Autor. Wir werden also auch weiterhin auf Unterstützung von Autoren angewiesen sein.
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-    3. InBooks bietet den Autoren ja eine ganze Menge. Lektorat, Korrektorat Covergestaltung sind ja bei Selfpublisher-Portalen nicht Standard.
-    Für viele Autoren ein interessantes Angebot, welches sicher jede Menge Manuskripteinreichungen nach sich zieht.
-    Wie sieht hier euer Zeitmanagement aus, da ihr ja beide noch Verlagsarbeiten für Latos und Romantasy erledigen müsst?

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-    Hier kommt es natürlich auf Einteilung an. Wir haben beide spezielle Gebiete, in denen wir gut sind. Sandra z.B. ist super in Buchhaltung und dem ganzen Schreibkram. Das liegt mir nicht so. Ich wiederum kenne mich mit Webseiten, Photoshop und Lektoraten aus. Wir ergänzen uns also super. Zudem habe ich für InBooks den Romantasy Verlag zugemacht und führe ihn nur noch für meine eigenen Bücher weiter.
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   4. Mit einer Vertragslaufzeit von sechs Monaten bewegt ihr euch ja auch nicht gerade im Knebelbereich, sondern lasst dem Autor sehr viel Freiheit, zu entscheiden, ob er danach weiter Zusammenarbeit wünscht. Habt ihr keine Angst, die Autoren könnten sich nach dieser Laufzeit »Verdrücken« und ihr investiert hier ins Blaue?
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-    Ja, das war ein wichtiger Punkt. Das musste gut durchdacht werden. Wir haben uns auf 6 Monate geeinigt, weil die ersten 6 Monate nach Veröffentlichung auch die verkaufsstärksten sind. In dieser Zeit sind die Chancen, das investierte Geld wieder reinzubekommen, also am höchsten.
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-    5. Ihr bietet ja den Print als Bonus an. Dazu muss eine gewisse Anzahl eBooks verkauft sein. Aber was wenn mir eBook über Inbooks reicht, ich aber Print über Create Space z.B. veröffentlichen will. Darf ich die lektorierten und korrigierten Dateien verwenden? Oder muss ich dann nochmal alles durch ein Lektorat jagen?
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-    Nein, das ist nicht nötig. Würde auch nicht so toll auf den Leser wirken, wenn da zwei verschiedene Versionen im Umlauf sind. Unsere lektorierte Fassung darf dann gerne auch für z. B. Create Space verwendet werden.
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-    6. Welche Kriterien habt ihr bei eingereichten Manuskripten, da ihr euch ja auch vorbehaltet, nicht alles anzunehmen?
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-    Wir entscheiden wie jeder andere Verlag danach, ob das Manuskript handwerklich gut ist, das Exposé uns anspricht, die Handlung schlüssig ist und natürlich auch danach, welche Chancen es auf dem Markt hätte.
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-    7. Welche langfristigen Ziele verfolgt ihr mit InBooks?
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-    Wir möchten ein Label aufbauen, dem Autor und Leser vertrauen können. Super wäre es, wenn auch die Buchhändler den InBooks-Taschenbüchern eine Chance geben würden. Und wir möchten, dass sich unsere Autoren dann auch gegenseitig unterstützen, so dass alle InBooks-Autoren irgendwann eine große Gemeinschaft bilden.
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-    8. Einige unken ja und sagen das sei Samaritertum. Ihr sagt ja selbst, dass euch hier der Verdienst nicht wichtig ist, und InBooks ohne Gewinn bzw. mit nur sehr geringem arbeitet. Doch ihr finanziert ja einiges vor, Korrektorat und Cover. Habt ihr keine Angst, dass ihr da schnell rote Zahlen schreibt? Denn ob sich ein Buch nun verkauft, hängt ja vom Leser ab.
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-    Ja, das stimmt wohl. Aber wir wären kein Verlag, wenn wir kein Risiko tragen würden. Freuen würden wir uns natürlich, wenn wir einen kleinen Gewinn erzielen würden, den wir für einen weiteren und größeren Ausbau von InBooks verwenden könnten. Einfach, um das Label „InBooks“ auf dem Buchmarkt noch bekannter zu machen und somit natürlich auch die Bücher der InBooks-Autoren. Aber einen Gewinn für InBooks kann man nicht garantieren. Deswegen sind wir froh, dass wir die Kosten schon im Vorfeld so gering wie möglich halten können, da wir Designer und Lektoren haben, die von InBooks überzeugt sind und uns mit ihren Preisen entgegenkommen. Und Sandra und ich arbeiten natürlich kostenlos. Das ist ein Vorteil, den andere Verlage nicht haben.
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-    9. Werdet ihr auch irgendwann Übersetzungen für Autoren planen?
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-    Wahrscheinlich eher nicht. Ich habe das kürzlich versucht und bin schrecklich über den Tisch gezogen worden und das, obwohl ich mich an eine Agentur gewendet habe, von der ich annahm, dass sie so was schon öfters getan haben. Aber 8000 € für eine völlig unbrauchbare Übersetzung und dann jetzt noch der Rechtsstreit, weil die Agentur natürlich nicht einsieht, dass sie Mist gebaut hat. Ich denke, von Übersetzungen haben wir vorerst genug.
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-    10. Welche Tipps habt ihr für Autoren, die planen über InBooks zu veröffentlichen. Was müssen sie beim Exposé beachten. Was sollte ein Autor in jedem Fall vorher machen?
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-    Das Expose´ sollte sich nicht von einem unterscheiden, das der Autor auch an eine Agentur oder einen Verlag schicken würde. Mir wäre eine Figurenbeschreibung der Hauptfiguren wichtig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade junge Autoren zwar sehr gute Storys parat haben, aber die Figuren oft völlig widersprüchlich agieren.
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-    11. Gibt es Genreeinschränkungen oder Bücher, wo ihr beide sagt, nein das ist nichts für InBooks?
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-    Sach- und Fachbücher, Kinderbücher und Esoterik. Reine Pornoheftchen sind auch nicht unser Ding. Sonst sind wir offen für alles, wenn das Buch uns überzeugen kann.
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-    Das war´s erstmal von meiner Seite und ich danke euch fürs Rede und Antwort stehen.



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